HöriHöri

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Höri oder früher „Hoerein“ wurde erstmals 1149 in den Urkunden erwähnt. Die Vogtei über den Kuecheler Hof in Endhöri „ennet Hoeri“ gelangte 1329 an das Kloster Rüti. Nach dessen Aufhebung 1525 übte die Stadt Zürich das Niedergericht aus. Die Vogtei über Niederhöri ging 1424 von den Habsburgern an die Stadt Zürich über, auf diejenige über Oberhöri musste Ritter und Freiherr Bernhard Gradner, der Nachfolger der Freiherren von Tengen (Besitzer der Burg und Stadt Eglisau), 1476 zugunsten Zürichs verzichten. Das Hochgericht über die drei Dörfer übernahm Zürich 1424 von den Habsburgern. Durch die Rückgabe der Herrschaft Kyburg gelangte Endhöri 1442 wieder für kurze Zeit an Habsburg, während die westlich der Glatt gelegenen Ober- und Niederhöri Teile der Obervogtei Neuamt wurden. Endhöri kam 1452 an die Zürcher Landvogtei Kyburg und wurde 1667/89 dem Neuamt zugeteilt.

Kirchlich gehörten alle drei Dorfteile immer zur Grosspfarrei Bülach (Bistum Konstanz), die schon im frühen Mittelalter für die ganze Gegend den religiösen Mittelpunkt bildete. Steuerpflichtig war Höri mit dem Zehnten zu ¾ an das Schloss Eglisau (Stadtstaat Zürich) und zu ¼ an den Bischof von Konstanz.

Mit dem Einmarsch der Franzosen in die Schweiz von 1798, brach die alte Eidgenossenschaft zusammen. Die von Napoléon diktierte Helvetische Verfassung brachte der Gemeinde Höri zusammen mit Hochfelden die Selbständigkeit. Die Mediationsakte von 1803 bildete aus dem Distrikt Bülach den Bezirk Bülach, welchem auch Höri angehörte. Mit der neuen Kantonsverfassung wurde Höri im Jahr 1831 eine selbständige Politische Gemeinde. Höri hatte als Bauerndorf abseits von den grossen Verkehrswegen das stürmische Wachstum anderer Orte im Kanton Zürich lange Zeit nicht mitgemacht.

In der Zeit von 1850 bis 1950 sind die Einwohnerzahlen praktisch unverändert geblieben. Die grosse bevölkerungsmässige Entwicklung fand erst in den Jahren 1960 bis 1970 statt.
Die Dorfteile Endhöri, Niederhöri und Oberhöri bilden zusammen die Politische Gemeinde Höri. Einer der schönsten Aussichtspunkte im Zürcher Unterland, nämlich der Höriberg, liegt 473 m.ü.M.
Heute sind in der suburbanen Wohngemeinde Höri rund 2’600 Personen sesshaft. Der Ausländeranteil beträgt rund 30 %, dies entspricht 800 Personen. In der Gemeinde sind heute über 150 Gewerbe- und Industriebetriebe zu verzeichnen, welche zusammen gegen 1’200 Arbeitsplätze anbieten.

Das Wahrzeichen von Höri ist unbestritten das alte Schul– und Gemeindehaus von 1827 mit dem Glockenturm. Mittlerweile ist in dieser Liegenschaft das familienergänzende Betreuungsangebot wie Hort und Spielgruppe untergebracht. Die Primarschüler der Gemeinde Höri werden heute in der modernen Schulanlage Weiher unterrichtet und die Oberstufenschüler besuchen die Sekundarschule in Bülach.

Die Gemeinde Höri liegt im Norden des Flughafens Zürich-Kloten, direkt in der Anflugschneise. Neben den Vorteilen eines in unmittelbarer Nähe gelegenen internationalen Flughafens für die Wirtschaft und Arbeitsplätze, trägt Höri auch die Lärmbelastungen und Einschränkungen des Flugverkehrs für die Bewohner und Entwicklung der Gemeinde. Wohnbauten bedürfen besonderer Schallschutzmassnahmen. Ebenso ist wegen auftretender Randwirbelschleppen landender Grossraumflugzeuge auch die Dachziegelklammerung obligatorisch. Die Gemeindebehörden von Höri setzen sich auf allen Ebenen dafür ein, dass der Fluglärm gerecht auf alle Himmelsrichtungen verteilt wird und bekämpft die Kanalisierung des Flugverkehrs im Norden vehement.

Höri ist aber auch eine sehr lebendige Gemeinde. So verfügt unsere Gemeinde über ein vielfältiges kulturelles Leben. Jedes Jahr finden viele Anlässe statt, die von einem der zahlreichen Dorfvereine oder der kulturellen Organisation Pro Höri organisiert werden. Dazu gehören unter anderem das Grümpelturnier auf dem Höriberg, der Fischsonntag, die Jazz-Matinee, der Räbeliechtliumzug, die Gesangs- und Turnfeste, Endschiessen, der Bazar, das Spaghetti-Fest, der Bannumgang, die Unterhaltungsabende, lehrreiche Exkursionen usw.

Auch landschaftlich hat Höri viel zu bieten. Rund ein Drittel des Neeracherrieds liegt auf Höremer Gemeindegebiet; eines der letzten grossen Flachmoore der Schweiz. Es gewährt Einblicke in eine inzwischen einzigartige Vogelwelt des schweizerischen Mittellandes. Höri weist am meisten Brutplätze für Vögel des ganzen Kantons Zürich auf. Am Höriberg befindet sich auch der Obstgarten des Vereins zur Förderung alter Obstsorten „Fructus“, welcher rund 330 Bäume mit 210 verschiedenen Obstsorten umfasst. Diese Hochstammbäume bilden die grösste Gendatenbank für alte Obstsorten in der Schweiz.

quelle hoeri.ch