Erdgeschichtlich hat die Landschaft ein relativ junges Gesicht,

das Eulachtal in seiner heutigen Form ist erst in der letzten Eiszeit entstanden.

Die Hügel sind Moränen, welche nach dem Rückzug der Gletscher zurückblieben.

Die Eulach suchte in stark gewundenem Lauf ihren Weg durch den Talgrund.

In keltischer Zeit war die Region bewohnt,

ob es auch Siedlungen auf dem heutigen Gemeindegebiet gab,

ist nicht bekannt.

Die ersten Relikte menschlicher Wohnstätten stammen aus der Römerzeit.

Es gibt Spuren eines Gutshofes in Tolhusen,

eine ähnliche Niederlassung wird in der Nähe der Kirche Elsau vermutet.

Erstaunlich früh, nämlich bereits im 7. oder 8. Jahrhundert,

muss eine Kirche in Elsau gebaut worden sein.

Schon damals dürfte hier eine Ansammlung von Bauernhäusern gestanden haben.

Bei Rettungsgrabungen bei der Kirche im Jahr 2003

kam unter einer Fuchspfote eine Grabgrube aus dem 9. Jahrhundert zum Vorschein,

in der sich Steine und darunter ein Schädel befanden.

Rümikon (Rumanichovun) und Schottikon (Scottinchova)

wurden urkundlich 829 erstmals erwähnt.

Existiert hat zudem ein Dienstadelsgeschlecht der Grafen von Nellenburg,

ein Walther von Elsau ist um 1040 nachgewiesen.

Später sind die nellenburgischen Besitzungen durch Heirat

an die Grafen von Toggenburg gelangt.

Graf Donat von Toggenburg hat dann diese Ländereien 1396 bzw. 1398

dem Kloster Rüti geschenkt.

Erwähnt wurden dabei auch die Kirche und die Mühle von Räterschen.

 

Im Jahre 1462 kamen Winterthur und seine Umgebung unter die Oberhoheit der Stadt Zürich.

Fortan regierte der Landvogt auf der Kyburg

als Vertreter der Gnädigen Herren von Zürich auch über Gemeinde Elsau.

Kurz vor der Reformation begannen die Elsauer

mit dem Bau der heutigen spätgotischen Kirche

an Stelle des früheren romanischen Gotteshauses.

Mit der Reformation wandte sich der letzte Leutpriester

dem neuen Glauben zu und wurde dadurch zum ersten reformierten Pfarrer von Elsau.

Mit der Helvetischen Republik hat auch die Geschichte

der Politischen Gemeinde Elsau begonnen.

Daneben entstanden in allen Ortschaften auch noch Zivilgemeinden,

die jedoch inzwischen längst liquidiert sind.

Erst 1922 erhielt die Gemeinde den heutigen Gebietsumfang.

Bis dahin war Schottikon eine eigene Gemeinde mit eigener Schule,

jedoch kirchgenössig nach Elgg.

 

Der Bau der Bahnlinie Winterthur – St.Gallen

hat das Gesicht des Eulachtales deutlich verändert.

Die Eulach wurde kanalisiert, die Frösche und Störche verschwanden.

Am 14.Oktober 1855 dampfte der erste Zug von Winterthur nach Wil.

Mit Wasserkraft betriebene Spinnereien entstanden in Räterschen,

als Energiespeicher wurden dafür auch die Weiher an der alten Ricketwilerstrasse angelegt.

Winterthur wurde zum Zentrum der Maschinenindustrie,

es begann der Siegeszug der Textilmaschinen und Dieselmotoren

aus Winterthur um die Welt.

Viele Kleinbauern fanden in den rasch expandierenden Fabriken Arbeit und Verdienst.

 

Die Anfänge der Schule gehen ins 17.Jahrhundert zurück.

Das erste Schulhaus befand sich an der Wiesendangerstrasse neben dem Pfarrhaus.

1883 wurde das Schulhaus Nord erstellt .

1936 wurde das Primarschulhaus Süd bezogen,

seither sind vier Anbauetappen erfolgt.

Die heutige Liegenschaft Eggenberger

an der Schlatterstrasse dürfte einst bewusst als Sekundarschulhaus gebaut worden sein.

Es folgt der Jugendstil-Neubau von 1914 an erhöhter Lage in Räterschen

und schliesslich 1962 die Oberstufenschulanlage im Ebnet,

welche inzwischen auch wieder mehrfach ausgebaut wurde.

 

Eine deutliche Zunahme der Wohnbautätigkeit

begann erst nach dem zweiten Weltkrieg.

Die teilweise noch im Milizsystem geführte Verwaltung wurde zentralisiert,

neue öffentliche Aufgaben kamen dazu.

1963 wurde das Gemeindehaus an der Auwiesenstrasse eingeweiht,

Bauten für Feuerwehr und Gemeindewerke schlossen sich später an.

Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts ist es gelungen,

vermehrt auch wieder Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen.

Drastisch reduziert hat sich hingegen die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe,

weniger durch Kulturlandverlust wegen Überbauung,

sondern vor allem durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft.

quelle elsau.ch



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